
Meine erste digitale Videokamera. Ein Panasonic MS90, S-VHSC Camcorder
Wir schreiben das Jahr 1998 und ich stecke voller Erwartungen einen klobigen viereckigen Akku in ein noch klobigeres, selbst für die damalige Zeit ausschauendes Ladegerät. Nach acht Stunden war es dann soweit, die Anzeige am Charger verwandelt sich von Rot in ein unbeschreibliches schönes Grün. Akku abdocken, rauf auf die Cam und raus in die Natur zum ersten Test Shootout. Es muss an diesem Tag klirrend kalt draußen gewesen sein was das entladen des 9,6 Volt Eisen–Nickel–Akku (jaaa mit Memory Effect) noch mehr beschleunigt haben muss. Vielleicht war der Akku aber einfach auch nur nach dem x-ten Laden des Vorbesitzers schon am Ende seiner Lebenszeit angelangt, anders kann ich mir die Laufzeit von 15min nach acht Stunden Ladevorgang nicht wirklich erklären. Das war mir aber damals herzhaft wurscht, Hauptsache ich konnte Bilder machen

Nicht schlecht: U.a mit Stereo Mic, manuellem Blenderad, Macro, AF,8x Zoom und einem Image Stabilizer der ersten Stunde
Der Panasonic MS90 Camcorder zeichnete seine Bildinformationen wie fast alle Consumer-Kameras seiner Zeit auf dem bis heute bewerten Magnetband (–> miniDV, DVCam, HDV, Beta, usw.) auf S-VHSC Kassettenformat auf. Die heute bekannte „FireWire“ Technologie steckte mehr oder weniger noch in den Kinderschuhen und war für Normalsterbliche sowieso nicht leistbar. Die Möglichkeit das Signal mit S-Video an den Fernseher zu schicken gab es zwar damals schon, nur hatte ich damals keine Ahnung das so eine Lösung überhaupt existierte. Also musste eine andere Lösung her. Mit Hilfe einer VHS-Adapterkassette konnte das kleine VHS-C Tape über einen Videorecorder auf einem Fernseher zum laufen gebracht werden.

S-Video, Audio, DC In und Remotebuchse. Die Rückseite des MS90
Im SP Modus brachte so ein Tape ganze 45min Record Time zustande. Leider sind einige (viele) eingefangene Erinnerungen für immer verloren, da ich ich damals kein Geld hatte um mir genug Tapes zum Archivieren zu leisten und auch nicht daran dachte dass ich mir diese Aufnahmen vielleicht später wieder anschauen würde wurden die vorhandenen immer wieder überspielt… Sollte sich übrigens auch in der miniDV Ära wiederholen. Wie auch immer, manche Erinnerungen sollten vielleicht auch besser nur im eigenem Kopf gespeichert werden
Ein absolutes Highlight der Kamera war damals die Möglichkeit „Fade In/Out’s“ oder einen Titel per Tastendruck direkt und für immer und ewig auf das gerade aufzeichnende Band zu brennen.

Title Mode, Memory & Co. Die Cam war für die damalige Zeit schon mit einigen coolen (!) Features ausgerüstet
Das hatte besonders den Vorteil das falls man später einen anderen Titel oder Ab/Aufblendeneffekt ändern wollte es nicht mehr möglich war den Effekt zu löschen (Thanks to the Consumer Features) Eigentlich war die Kamera von vorne bis hinten mit Buttons, Rädern und Reglern übersät über die ich damals nur Rätseln konnte was überhaupt deren Sinnhaftigkeit sein könnte.
Abschließend und damit ich endlich mit dem ganzen Technikgequatsche zu einem Ende komme war dieses Teil, wenn ich mich recht erinnere, meine erste richtige Connection mit einer Videokamera. Ich möchte diese zeiten auf keinen Fall missen und es hat sehr viel spass gemacht damit zu drehen, kreativ zu sein und Erfahrungen zu Sammeln.
Zu guter letzt ist jede Kamera die man wählt eine professionelle Kamera egal welche Technik man verwendet. Es kommt nur auf eine(n) persönlich darauf an wie man die Geschichte erzählen will.

MS90, Danke für eine tolle Zeit